Zahnlexikon von A bis Z







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Karies
(erstellt am: 30.09.2007 - letzte Änderung:30.09.2007 - aufgerufen: 172 Mal)
Mit dem Begriff Karies ist die Zerstörung der Zahnhartsubstanz (Schmelz und Dentin) gemeint. Sie ist eine der häufigsten bakteriell bedingten „Infektionskrankheiten“ des Menschen – und damit für das Gesundheitssystem mit die teuerste!
Die Karies beginnt an der Außenfläche des Zahnes. Bakterien lagern sich in der Plaque (Zahnbelag) an, verstoffwechseln Kohlenhydrate (beispielsweise Zucker) und produzieren daraus Milchsäure, insbesondere das Bakterium Streptococcus mutans. Die Säure führt zu einem Absinken des pH-Wertes unter die für den Zahnschmelz (pH 5,5 bis 5,7) und das Dentin (pH 6,3 bis 6,5) kritische Grenze. So greift die Säure den Zahnschmelz an und führt zu einer Demineralisation (Entkalkung). Nun können Bakterien verstärkt in die tieferen Dentinschichten eindringen.
Gerade aus Zucker produzieren Bakterien sehr schnell Säure. Bevor der pH-Wert wieder ansteigen kann, vergehen etwa zwanzig Minuten. Dies ist die Zeit, in der die Säuren den Zahnschmelz ungehindert angreifen können. Vor allem die Konsistenz der Nahrungsmittel ist dabei entscheidend, gar nicht die Gesamtmenge des verzehrten Zuckers: Klebrige Lebensmittel zum Beispiel führen zu einer langen Kontaktzeit des Zuckers mit der Zahnoberfläche.
Die Entstehung von Karies ist dadurch begünstigt, dass viele Gebiete in der Mundhöhle (Fissuren, defekte Zähne, Zahnfleischtaschen, Zahnzwischenräume) für die natürliche Reinigung mit Hilfe von Zahnbürste und Zahnpasta nur schwer zugänglich sind. Kariesbakterien können nie vollständig aus der Mundhöhle entfernt werden und besiedeln sie immer wieder neu. Auch eine unterschiedliche Immunverfassung des Körpers spielt für die Schwere und den Verlauf der Karies eine Rolle.
Es gibt durchaus körpereigene Reparaturmaßnahmen gegen die Karies. Dies allerdings nur im Anfangsstadium. Später helfen nur restaurative zahnärztliche Maßnahmen wie Füllungen oder Kronen. Anfangs aber ist eine Remineralisation (Wiedereinlagerung von Mineralien) des Zahnschmelzes durch die im Speichel enthaltenen Mineralstoffe möglich. Das Mineraldefizit einer beginnenden Karies kann so ausgeglichen werden. Die Karies kann gestoppt oder sogar rückgängig gemacht werden.
Entsprechende zahnärztliche prophylaktische Behandlungsmaßnahmen (beispielsweise eine professionelle Zahnreinigung oder eine Fissurenversiegelung) ergänzen die gründliche Zahnreinigung zu Hause. Vor allem die regelmäßige Reinigung und Pflege der Zähne sowie eine gesunde Ernährungsweise sind die entscheidenden Faktoren für die Karies-Prophylaxe.



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