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Zahnarzt-Angst
(erstellt am: 30.09.2007 - letzte Änderung:30.09.2007 - aufgerufen: 197 Mal)
Mehr als die Hälfte aller Menschen geben an, Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt zu haben. Bei immerhin zwei bis zehn Prozent steigert sich dieses Angstgefühl zu einer krankhaften Oralophobie. Viele Menschen vermeiden gar eine zahnärztliche Behandlung.
Die Unterscheidung zwischen Angst und Phobie ist notwendig. Eine Phobie ist eine Krankheit, die mit professioneller Hilfe therapiert werden muss. Dies kann einen langen Zeitraum beanspruchen.
Oftmals führen traumatische Erlebnisse im Rahmen einer Behandlung – meist schon in der Kindheit – zur Ausbildung der Zahnarzt-Angst. Als Ursache für diese Angst kann aber auch ausreichen, dass Kinder, obwohl sie selber keine negativen Erlebnisse beim Zahnarzt hatten, durch Erzählungen Erwachsener, vornehmlich der Eltern, verängstigt werden.
Es lassen sich vier Arten von Zahnarzt-Angst unterscheiden:
1. Erwartungsangst: Der Patient erwartet seine eigene Angst und die Angst vor dem möglichen Schmerz durch eine zahnärztliche Behandlung. Er entwickelt eine Angst vor der Angst.
2. Kontrollverlustangst: Der Patient befürchtet, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und sich dem Zahnarzt auszuliefern.
3. Bewertungsangst: Der Patient möchte keinen schlechten Eindruck vor dem Zahnarzt machen und befürchtet, von diesem aufgrund seiner Beschwerden negativ bewertet zu werden.
4. Sekundärangst: Sie steigert sich durch die Wahrnehmung der eigenen körperlichen Erregung. Die Gesamtsituation ist beängstigend.
Es kann eine Art Teufelskreis zwischen Angst und Behandlungsschmerz entstehen: Aufgrund der Angst verkrampft ein Patient, gerät in psychische sowie physische Erregung, es kommt zu Muskelverspannungen. Diese führen zu Schmerzen. Auch die psychische Anspannung lässt den Patienten die Behandlungsschmerzen deutlich sensibler spüren. Diese Schmerzen wiederum verstärken die Angst. Der Teufelskreis ist geschlossen. Er kann durch ein gutes Verhältnis zu dem Arzt, das auf Vertrauen beruht, durchbrochen werden. Ferner können Ablenkungen (Musik im Wartezimmer, Pflanzen, Bilder und dergleichen) und Entspannungsübungen (Autogenes Training) helfen.
Dagegen ist – wie bereits erwähnt – die Behandlung einer Phobie meist langwieriger. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die von den Krankenkassen übernommen werden, wenn eine medizinische Begründung vorliegt:
1. Verhaltenstherapie: Mit Hilfe eines Therapeuten setzt sich der Patient mit seiner Angst auseinander.
2. Tiefenpsychologische Ansätze: Durch Psychoanalyse werden unbewusste Ängste analysiert und therapiert.
3. Akupunktur: Sie hilft, die Angst und die Verspannung zu lösen.
4. Hypnose: Durch dafür ausgebildete Zahnärzte ausgeführt, können gute Erfolge erzielt werden.
5. Tabletten: Mit Tabletten kann nur eine kurzfristige Entspannung erreicht werden. Die Phobie wird nicht ursächlich behandelt.
6. Narkose: Eine Behandlung unter Narkose ist möglich, sollte aber nur dann durchgeführt werden, wenn es gar nicht mehr anders geht. Auch durch eine Narkose wird die Phobie nicht ursächlich therapiert.



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