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Aus hässlich mach schön – Wie Trends die Wahrnehmung von Schönheit beeinflussen

27. Juli 2015

Kleine Schönheitsmakel hat jeder von uns – entweder wir fühlen uns zu dick, haben unserer Ansicht nach eine Sommersprosse zu viel, einen schiefen Zahn oder das eine Ohr ist länger als das andere. Im Alltag fällt das kaum auf, doch wir selber nehmen uns in diesen Punkten kritisch wahr und vergleichen uns schnell mit anderen. Vor allem mit Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Beispielsweise Models, Schauspieler oder Moderatoren. Auch ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass viele von ihnen hauptsächlich wegen ihres Aussehens überhaupt öffentlich dargestellt werden – und teilweise so sehr am Computer bearbeitet werden, dass man sie im realen Leben kaum erkennen würde.

Doch ein neuer Trend zeigt: auch Schönheitsmakel können ein Markenzeichen werden. Drei sehr interessante Beispiele sind Vanessa Paradis, Winnie Harlow und Tess Holliday. Alle drei vereint eines: sie sind Models und passen nicht in die Norm. Sie haben Merkmale, die bisher als unattraktiv und nicht erstrebenswert erachtet wurden – bis sie auf der Bildfläche erschienen und Schönheit neu definierten.

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Bildquelle: Surprised People #85127934 | Urheber: olly, fotolia.de

Ein Diastema ist ein kleiner Abstand zwischen den Schneidezähnen, der von Natur aus angelegt ist und nicht durch den Verlust eines Zahnes entsteht. Viele davon Betroffene finden es unattraktiv und sind teilweise verunsichert, wie ihr Umfeld sie damit aufnimmt. Ein gängiges Schönheitsmerkmal ist es auch heute aus gesellschaftlicher Sicht nicht, jedoch ist es gesellschaftsfähig geworden dadurch, dass Vanessa Paradis mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Diastema sowohl die Leinwand als auch den Laufsteg und die Bühne verzaubert.

Winnie Harlow ist ein weiteres Beispiel: sie leidet unter der sogenannten Weißfleckenkrankheit, im medizinischen Fachjargon als Vitiligo bekannt. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer „Entpigmentierung“ bestimmter Körperregionen. Das bedeutet konkret: auf der Haut des Betroffenen entstehen weiße Flecken, in denen die Pigmente fehlen. Besonders betroffen sind Hände, Arme, Füße, aber auch Ellenbogen und Finger.
Winnie Harlow hat diese Flecken am ganzen Körper, auch im Gesicht – um die Mund- und Augenpartie herum. In das bisherige Verständnis von dem perfekten Aussehen eines Models passte sie nicht. Und doch hat sie sich durch die Teilnahme an der amerikanischen Version des „Next Top Model“ bewährt und trotz ihres Nicht-Gewinns recht schnell Fuß gefasst im Business.
Wie ihr das gelang, erklärt sie in diesem Video (englisch):

Galt Übergewicht – ob aus medizinischen Gründen oder nicht – bisher als Schönheitsmakel schlechthin, ist es nun doch Tess Holliday als erstem Übergrößenmodel ihres Gewichts und ihrer Größe gelungen einen Vertrag mit einer etablierten Modelagentur zu ergattern. Seither ziert sowohl ihr Gesicht als auch ihr Körper die Coverseiten diverser Zeitschriften.

Woher kommt aber die gesellschaftliche Akzeptanz von Körpermerkmalen, die bisher als unattraktiv galten? Wie wird das gesellschaftliche Bild von Schönheit definiert?
Die Antwort ist sowohl recht simpel als auch kompliziert.
Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Während für den Einen eher blaue Augen als attraktiv gelten, können es für den Anderen braune oder grüne sein. Während einige sehr schlanke Menschen als gutaussehend empfinden, ist es für andere der etwas kräftigere Körperbau.

Und genau diese Vielfalt ist es, die durch die mediale Darstellung der oben genannten Menschen angesprochen wird. Interessante Menschen rücken in den Vordergrund, allzu ‚glatte‘ Models sind zwar schön, werden aber schnell auch als langweilig empfunden.
Dadurch aber, dass diese etwas anderen Models in den Fokus rücken, werden ihre optischen „Schwächen“ auch für den Otto-Normal-Verbraucher akzeptabler und das gesamte Bild von Schönheit verändert sich in der Gesellschaft.

Das sich ständig wandelnde Schönheitsideal ist allerdings eine Herausforderung für die kosmetische Medizin. Denn auch hier verändern sich die Wünsche der Patienten immer aufs Neue. So beispielsweise in der Zahnmedizin. Häufig kommen Menschen zu uns mit dem Wunsch nach weißen Zähnen – die aber ihrem Alter und dem Aussehen der Restbezahnung nicht entsprechen und deshalb schnell künstlich wirken.
In der Verantwortung unserer Zahntechniker liegt es dann ausführlich zu beraten, ein mögliches Aussehen zu veranschaulichen und intensiv auf die Wünsche, Bedürfnisse und Fragen des Patienten einzugehen. Denn: nicht jeder Schönheitstrend muss verfolgt werden und es empfiehlt sich immer eine zahnmedizinische Versorgung zu wählen, die zu Alter, Typ und Restbezahnung passt. Nur dann kann ein natürliches Aussehen erreicht werden, das Ihr Lächeln wieder strahlen lässt.

Auch wenn Schönheitstrends das allgemeine, gesellschaftliche Bild von Attraktivität und Schönheit formen – und das schon seit Jahrhunderten – ist es doch für den einzelnen Menschen am wichtigsten sich in seiner eigenen Haut wohl zu fühlen und mit dem Blick in den Spiegel zufrieden zu sein. Natürlichkeit ist immer noch die beste Art der Schönheit.

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Beitragsbild/Bild im Beitrag: Surprised People #85127934 | Urheber: olly, fotolia.de

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