Allgemein

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin und anderen Fachgebieten der Humanmedizin

8. November 2011

Zahntechnikerin der Dentaprime-Zahnklinik

Der menschliche Körper ist ein komplexes Ganzes. Nervenbahnen durchziehen ihn von Kopf bis Fuß, damit die Schaltzentrale des Körpers – das Gehirn – seine Befehle auch an die am weitesten entfernte Zelle schicken kann. Blutbahnen schlängeln sich bis in den kleinsten Winkel, damit das Kraftwerk des Körpers – das Herz – jede Zelle mit dem lebenswichtigen Sauerstoff und essentiellen Nährstoffen versorgen kann.
Und genau aus diesem Grund ist es in vielen Fällen so, dass Krankheiten, die einen Teil des Körpers betreffen auch einen anderen infizieren können. Es gibt nur bedingt Schranken im Körper, die nicht jedem Stoff das Passieren verweigern und Abwehrreaktionen sind nicht immer erfolgreich.

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Parodontitis. Im Zusammenhang mit dieser Erkrankung treten häufig zusätzlich systemische Erkrankungen auf. Beispielsweise kann sie das Risiko eines Schlaganfalls um das 7-Fache und das Risiko eines Herzinfarkts um das 2- bis 3-Fache erhöhen. Vor allem aber ist der Zusammenhang von Parodontitis und Diabetes  wissenschaftlich erforscht und anerkannt worden. Sogar soweit, dass es bereits Richtlinien für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Diabetologen und Parodontologen gibt.
“Ist die Mundgesundheit stark in Mitleidenschaft gezogen, muss sich der Zahnarzt auch mit seinen Kollegen aus anderen Fachbereichen abstimmen,” sagt Dr. Regina Schindjalova, Leiterin der Dentaprime-Zahnklinik. “Solche Erkrankungen können beispielsweise während einer Schwangerschaft fatale Folgen haben.” So sind viele untergewichtige Frühgeburten durch eine unbehandelte Parodontitis bedingt. Während der Schwangerschaft kommt es – auch bei der zahngesundheitlichen Aufklärung – hauptsächlich auf die Arbeit des Gynäkologen an. Denn: Etwa 38 Prozent der Frauen suchen ihren Zahnarzt während der Schwangerschaft nicht auf. Hier beginnt bereits die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Doch: nicht nur die Parodontitis wirkt sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus. Auch generelle Probleme der Mundgesundheit und auch der Mundhygiene können zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen führen. Einerseits kommt es zur Beeinflussung der Kaufunktion, der Sprache und Sprechweise, andererseits zu Veränderung des Aussehens und des eigenen Sozialverhaltens. Die Psyche eines Menschen kann durch seinen oralen Zustand stark angegriffen werden. Sein Selbstbewusstsein sinkt, weil er den Zustand seiner Zähne nicht als normal betrachtet und deshalb verstärkt darauf achtet. Solche psychischen Probleme können sogar zur sozialen Ausgrenzung der Person führen – entweder durch sie selber oder durch die Gesellschaft. Das liegt dann nicht mehr nur an den Zähnen, sondern vor allem an der Einstellung des Betroffenen.

Den psychologischen oder auch den sozialen Faktor einer Erkrankung im oralen Bereich sollte man nicht unterschätzen. “Egal, ob dunkle Verfärbungen der Zähne, Verformungen oder Lücken – all das, was der Patient nicht als normal ansieht, hat auch Einfluss auf seine Psyche”, sagt Dr. Regina Schindjalova, Leiterin der Dentaprime-Zahnklinik. “Im schlimmsten Falle sind starke soziale Einschränkungen und psychische Probleme möglich.” Aber nicht nur Erkrankungen können sich negativ auf die Psyche auswirken, sondern auch zahnärztliche Fehlbehandlungen oder fehlerhafter Zahnersatz. “Sitzt der Zahnersatz nicht richtig, kommt die orale Situation dem Patienten nicht normal vor. Die Prothese wackelt oder ist zu groß. Vielleicht haben sich dadurch sogar seine Gesichtszüge geändert und er ist unzufrieden.” In einem solchen Fall ist dem Patienten dringend angeraten, sich mit dem behandelnden Zahnarzt in Verbindung zu setzen und ihm das Problem zu schildern. Nur so kann dieser sich mit dem zuständigen Zahntechniker abstimmen und eventuelle Fehler beheben lassen.

“Aus diesem Grund ist es für uns wichtig, dass wir uns bereits bei der ersten Behandlung bestmöglich um den Patienten kümmern können”, sagt Peter Meier, Zahntechnikermeister und Leiter des zahntechnischen Labors der Dentaprime-Zahnklinik. “Dadurch, dass wir mit den Zahnärzten und Implantologen unter einem Dach arbeiten, können wir uns perfekt mit ihnen abstimmen und auch den Patienten persönlich kennen lernen. So können wir dem Zahnersatz eine persönliche Note geben und dafür sorgen, dass er optimal an den Patienten angepasst ist.”

Aufgrund der vielen potentiellen Probleme, die durch Erkrankungen im oralen Bereich entstehen können, ist es für einen Zahnarzt ratsam die interdisziplinäre Kommunikation zu Fachärzten anderer Disziplinen zu suchen. Dazu gehören vor allem: Diabetologen, Nephrologen, Kardiologen, Gynäkologen und Psychologen.

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Kommentare

  • Daniel
    Posted at 16:21 2. Dezember 2011
    Daniel
    Antworten Author

    Auch für die Behandlung von Zahnarztphobie-Patienten wäre es sinnvoll, wenn sich mehr Zahnärzte mit Psychologie befassen oder mit Kollegen aus diesem Fachbereich zusammenarbeiten würden. Es wird teilweise immer noch mit einer erschreckenden Gleichgültigkeit auf Phobiepatienten eingegangen – oder eben auch nicht eingegangen.

    • dentalcontent
      Posted at 16:30 5. Dezember 2011
      dentalcontent
      Antworten Author

      Lieber Daniel,
      um sich optimal um jeden Patienten kümmern zu können, sind eingehende Beratungsgespräche erforderlich, in denen der behandelnde Zahnarzt / Implantologe auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten eingeht. Die Spezialisten der Dentaprime-Zahnklinik nehmen sich daher vor jeder Behandlung genügend Zeit dafür.
      Nur so kann eine erfolgreiche und zufriedenstellende Behandlung gewährleistet sein.
      Mit freundlichen Grüßen,
      i.A. Markus Fischer,
      Dentaprime-Zahnklinik

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