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Veneers bei Amelogenesis imperfecta

2. September 2011

Behandlung in der Dentaprime-Zahnklinik

Stark verfärbte Zähne, anfälliger Zahnschmelz, Temperaturempfindlichkeit  – und das ein Leben lang. Wassich wie ein endloser Alptraum anhört, ist für manche Menschen trauriger Alltag – ihr Leben lang. Denn sieleiden an Amelogenesis imperfecta, einer genetisch bedingten Erkrankung, die zu Störungen der Zahnschmelzentwicklung führt.

Die Entwicklung und der Aufbau des Zahnschmelzes kann als Prozess aus drei Schritten bzw. Stadien angesehen werden. Im ersten Schritt wird eine extrazelluläre Matrix auf dem Zahnbein gebildet, die größtenteils aus Proteinen besteht. Im zweiten Schritt wird diese Schicht mineralisiert und führt im dritten Schritt zur endgültigen Reifung des Zahnschmelzes. 
Wird eines dieser Stadien gestört, vorrangig durch Veränderungen des Aufbaus und der Struktur der beteiligten Proteinen, kommt es zu unvollendeter Zahnschmelzentwicklung. Abhängig davon, welche Proteine betroffen sind und in welchem Stadium die Störung stattfindet, tritt eine der vier Ausprägungen der Amelogenesis imperfecta auf. Sie können sowohl die Menge als auch die Qualität des Zahnschmelzes beeinträchtigen.
Die Erkrankung geht einher mit gelblicher bis bräunlicher Verfärbung der Zähne. Zusätzlich sind sie anfälliger für Karies, empfindlicher gegenüber Temperaturen und weisen eine erhöhte Verletzbarkeit der Zähne auf. Grund dafür ist, dass die schützende Schicht um den Zahn – der Schmelz – zu wenig mineralisiert und damit zu weich ist, um seiner Schutzfunktion gerecht zu werden.

Oftmals ist es gerade für junge Menschen schwierig mit diesem Problem zu leben, da es mit enormen ästhetischen Beeinträchtigungen einhergeht. Diese gipfeln in zusätzlicher psychischer Belastung, da sie deshalb häufig gehänselt und von ihren Mitschülern und Freunden aufgezogen werden. So auch im vorliegenden Fall: eine 13-jährige Patientin wollte nicht länger Opfer solcher Hänseleien sein. Ihre schulischen Leistungen hatten bereits stark gelitten und ihr Selbstbewusstsein auch.
Da die Ursache der Krankheit nicht behandelt werden kann, wurde eine äußere Behandlung mit Veneers vorgeschlagen und durchgeführt. Minimal- oder No-Prep-Veneers bieten in einem solchen Fall die ideale Versorgung. Bei ausgewachsenen Zähnen und Kiefern wird häufig die vollkeramische Restauration bevorzugt, die jedoch bei einem Teenager nicht adäquat wäre, da sich Zähne und Kiefer noch im Wachstum befinden.

Zu Beginn der Behandlung wurde bei der Patientin ein Abdruck genommen, der anschließend dazu verwendet wurde ein sogenanntes Mock-Up anzufertigen. Hierbei handelt es sich um eine vorläufige Versorgung, bei der sowohl Patient als auch behandelnder Zahnarzt sehen, wie die endgültigen Veneers später aussehen könnten. “Eine vorläufige Versorgung der Zähne ist wichtig, um sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte auszutesten”, sagt Dr. Regina Schindjalova, Leiterin der Dentaprime-Zahnklinik. “Der Patient kann sehen, wie die spätere Versorgung wirken wird und auch fühlen, wie er damit zurecht kommt.”
Ein solches Mock-Up kann über höchstens zwölf Wochen getragen werden, bevor das endgültige Veneer auf die Zähne gesetzt wird. Schon während dieser Phase besserte sich das Selbstbewusstsein der Patientin merklich, sie war wieder offen ihren Mitschülern gegenüber und beteiligte sich häufig im Unterricht. Und das, obwohl an der ein oder anderen Stelle noch die bräunliche Verfärbung der Zähne hindurch schimmerte. “Bei einem Mock-Up kann das leider geschehen, weil die Schicht etwas dünner ist als die des eigentlichen Veneers und die Verfärbungen bei der Amelogenesis imperfecta teilweise eine große Herausforderung darstellen”, weiß Dr. Schindjalova.

Die endgültige Versorgung mit Veneers erfolgte relativ zeitnah. Es wurde nur ein minimaler Abtrag des Zahnschmelzes vorgenommen, um die Präparation vorzubereiten und die teilweise stark angegriffene obere Schicht des Zahnschmelzes zu entfernen. Die Veneers, die eine natürliche Struktur und einen natürlichen Farbton erhielten, wurden befestigt und ließen die Zähne der 13-Jährigen in einem ganz neuen Licht erstrahlen. “Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass man Veneers sehr gut dazu benutzen kann ästhetische Probleme zu lösen. Selbst bei einem so umfangreichen Defekt wie der Amelogenesis imperfecta kann man mit minimalen Substanzabtrag ein maximal positives Ergebnis erzielen”, sagt Dr. Regina Schindjalova.

Haben auch Sie Erfahrungen mit der Amelogenesis imperfecta oder einer anderen Zahnerkrankung, die genetisch bedingt ist? Oder haben Sie Fragen zum Thema? Dann schreiben Sie uns über das Kommentarfeld unterhalb des Artikels. Wir antworten gerne!

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