Bulgarien

Varna ist auch im Winter eine Reise wert

5. Dezember 2011
Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen, weißer Strand und das rauschende Meer – im Sommer ist die bulgarische Hafenstadt Varna vor allem aus diesen Gründen ein beliebtes Urlaubsziel. Aber auch, wenn es im Winter kälter wird in Varna und die Tage kürzer werden, bietet die Stadt am schwarzen Meer seinen Besuchern einige interessante, sehenswerte und beeindruckende Highlights. Vor allem im kulturellen Bereich. Nicht umsonst ist Varna einer der Kandidaten für die Auszeichnung „Kulturhauptstadt Europas 2019“.

Muttergotteskathedrale, Varna, Bulgarien

Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die Muttergotteskathedrale (Kathedrale St. Theotokos). Inmitten des städtischen Trubels erhebt sie sich majestätisch und prägt so das Stadtbild maßgeblich. Der Grundstein für das imposante Gebäude wurde im Jahr 1880 gelegt, der erste Gottesdienst fand im August 1886 statt.
Schon das Äußere der Kirche ist beeindruckend. Der große bogenförmige Eingang wird an den Seiten von zwei Flügeln flankiert, die jeweils ein großes, in Stein gemeißeltes Kreuz ziert. Imposant sind auch die sechs goldenen Kuppeln, von denen eine den Glockenturm krönt.
Das Innere der Kathedrale ist reich verziert und die Wände sind mit eindrucksvollen ikonischen Malereien versehen. Durch den gekonnten Einsatz großer Fenster erlebt der Besucher ein besonderes Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit. Ein Besuch des historischen Gebäudes lohnt sich in jedem Fall.

Auch die Opera Varna ist einen Besuch wert. Die erste Spielsaison des angesehenen Schauspielhauses fand 1947 statt. Seither stehen Jahr für Jahr meist bekannte Stücke auf dem Spielplan – klassische Opern und Operetten genauso wie Ballett-Aufführungen oder Musicals.
Aufwändige Bühnenbilder und eindrucksvolle Kostüme entführen den Zuschauer für einen Abend in eine andere Welt. Die, in die sie die Schauspieler mitnehmen. Um dem Zuschauer einen ersten Eindruck von der Atmosphäre auf der Bühne zu vermitteln, stellt die Oper auf ihrer Internetseite eine Auswahl von Bildern zur Verfügung. Ein weiteres Plus ist der Eintrittspreis. Die Karten für den Opernbesuch sind weit günstiger als es in Deutschland der Fall ist. Für ein Ticket erster Kategorie (VIP) muss der Besucher lediglich 20 bulgarische Lewa bezahlen, umgerechnet etwa 10,20 Euro.

Ein weiteres besonderes Theater hat seinen Platz in Varna gefunden: das staatliche Puppentheater. Was sich erst einmal wie eine Unterhaltungseinrichtung für die „Kleinen“ anhört, ist alles andere. Seit 1952 führt die – über die nationalen Grenzen hinaus bekannte – Schauspielertruppe sowohl Stücke für Kinder als auch für Erwachsene auf.
Und dass Puppen nicht immer Handpuppen sein müssen und auch Erwachsene beeindrucken können, zeigte nicht zuletzt das Stück „Beauty and the beast“ aus dem Jahr 2008. Die Darstellung des Biestes ist überaus gelungen, wie auch Fotos der Aufführung zeigen.
Eine neuere Produktion – „Outlook of a stump“  – hat in diesem Jahr den Golden Dolphin gewonnen. Er ist eine Auszeichnung, die während des Internationalen Puppenspiel-Festivals vergeben wird. Bei dem Stück handelt es sich um eine moderne Version des Pinocchio-Märchens. Jedoch wird auf der Internetseite des Theaters streng davor gewarnt, das Stück als Kinderstück anzusehen – Eintritt wird erst ab einem Alter von 16 Jahren gewährt. Dass es sich bei diesem Theaterstück um etwas Besonderes handeln muss, beweist, dass es Teil der Kandidatur für die „Kulturhauptstadt Europas“ ist.

Doch nicht nur durch historische Gebäude erlangt Varna kulturellen Ruhm. In Bram Stoker’s weltberühmtem Roman „Dracula“ startet das Schiff des Grafen vom Hafen in Varna, um ihn nach England zu bringen. Literaturfreunde wollen sich einen Besuch am Hafen sicher nicht entgehen lassen.

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Kommentare

  • Karl und Tanja Buck
    Posted at 10:30 8. Dezember 2011
    Karl und Tanja Buck
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    Es gibt noch weitere Sehenswuerdigkeiten, zB. das Archaeologische Museum in der Stadtmitte,
    neben dem Rathaus.
    Es beherbergt den aeltesten jemals gefundenen Goldschatz und Grabbeigaben aus vorchristlicher Zeit.
    Auch der Basar mit vororientalischem Flair ist ein Besuch wert.
    Man faehrt mit dem Bus zur Kathedrale, geht 100 m suedlich, die 2. Strasse rechts hoch.
    Es ist die Strasse der Schuhe und Lederwaren, nach der ersten Ampel, links beginnt
    der Basar, mit einem reichhaltigen Angebot an Klamotten, Schuhen, Werkzeug, ein Obst- und Gemuesemarkt, sowie eine Fischhalle. Dort gibt es alles, was ein Einheimischer brauchen kann.
    Von der Kathedrale aus in suedlicher Richtung, leicht zu Fuss zu erreichen, stoesst man auf die
    Roemischen Thermen, aus der Zeit 200 J nach Christi, ein riesiges Zeugnis roemischer Kultur und Baukunst.
    Weiter in Richtung Sueden, findet man den Meerespark, ein weitlaeufig angelegtes, gepflegtes Gelaende mit Aquarium, Planetarium und Delfinarium.
    Weiter in Richtung Hafen erreicht man das Marinemuseum, das Historische Museum, sowie ein Schiffsrestaurant, ein Nachbau der Santa Maria.
    Vor den Toren Varnas, nach dem Flughafen, Richtung Sofia, findet man den Steinernen Wald.
    Ein Naturerbe, einmalig in Europa und frei zugaenglich.
    ca. 5 km vom Flughafen, mit dem Taxi von der Stadt aus zu erreichen.
    ( Es darf nicht mehr wie 25 Leva kosten, also 12 Euro)

    Bilder zu den beschriebenen Sehenswuerdigkeiten finden Sie in unserer Website
    http://www.ferienvillatanja.de.tl
    Es gibt dort auch Links zu Informationen der Stadt Varna und einen Stadtplan.

    Wir selbst sind ein deutsch-bulgarisches Ehepaar und betreiben ein Ferienhaus in St. Konstantin und Elena, nur 300 m vom Strand, auch in der Naehe von Dentaprime.
    ( ein bisschen Eigenwerbung )
    Wir bieten auch amtlich zugelassene Uebersetzungen an.

    Karl, Tanja und Christoph Buck