Patienten

Methoden gegen die Angst

5. November 2013
Ohne Angst zur Zahnbehandlung - für viele Patienten ein langer Weg

Ohne Angst zur Zahnbehandlung – für viele Patienten ein langer Weg

Wenn Sie Angst vor dem Zahnarzt haben, sind Sie damit keineswegs alleine. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt fürchten sich viele Menschen vor einer Zahnbehandlung. Das kommt in erster Linie von schlechten Erfahrungen, die der Patient im Laufe seines Lebens bei einem Zahnarzt gemacht hat. Doch nicht nur dann ist eine Neigung zu Dentalphobie – wie die Angst vor dem Zahnarzt im Fachjargon heißt – gegeben, sondern auch dann schon, wenn der Betroffene generell Angst vor Schmerzen hat und sich intensiv mit der Frage beschäftigt, ob eine Behandlung für ihn mit Schmerzen einhergehen könnte.
Diese Sorge ist jedoch meist völlig unbegründet. Moderne Geräte und gute Medikationen sorgen dafür, dass ein Patient selbst bei langwierigen Eingriffen keine Schmerzen verspürt.

In vielen Fällen ist die Angst jedoch so groß, dass auch gute Argumente nicht mehr helfen.
“Wir erleben häufig Patienten, die sehr schleche Erfahrungen gemacht haben und aus diesem Grund schon seit Jahren keinen Zahnarzt mehr aufgesucht haben”, erklärt Dr. Regina Schindjalova, Leiterin der Dentaprime-Zahnklinik.
Ein solches Vermeidungsverhalten führt dann aber dazu, dass nach längerer Zeit ohne Behandlung häufig umfangreichere und langwierige Eingriffe durchgeführt werden müssen.
“Werden keine Kontrolluntersuchungen oder routinemäßige, kleinere Behandlungen durchgeführt, kann es leider schnell passieren, dass Zähne stark beschliffen oder ganz entfernt werden müssen und dadurch eine längere Behandlung für sie beginnt”, sagt Dr. Schindjalova. Das Wissen darum jedoch führt bei den meisten Betroffenen zu erneutem Vermeidungsverhalten und sie suchen selbst bei starker Beeinträchtigung keinen Spezialisten auf.

Was also tun, wenn Sie von der Angst vor dem Zahnarzt betroffen sind?
Für einige Patienten ist eine detaillierte Beratung und Aufklärung vor der Behandlung bereits Therapie genug. Wenn sie sich gut versorgt fühlen, Fragen stellen können und sich der Zahnarzt Zeit für sie nimmt, gehen sie beruhigter in die Behandlung.
“Im täglichen Umgang mit unseren Patienten achten wir sehr darauf, dass sie gut informiert in die Behandlung gehen”, sagt Dr. Schindjalova. “Vielen hilft das dabei sich mental auf das einzustellen, was kommt. Sie bauen ihre Angst ab, indem sie sich mit dem auseinandersetzen, was sie erwartet.”
Andere Patienten wiederum möchten so wenig wie möglich erfahren, weil ihre Angst sich sonst steigert. “Im Gespräch mit dem Patienten ist es sehr wichtig herauszufinden, was ihm Angst macht”, erklärt Dr. Schindjalova weiter. “Nur so können wir als Behandler auf ihn eingehen und ihm helfen seine Angst zu überwinden.”

Während einige Praxen auch mit Hypnose arbeiten, kann sich der Patient jedoch auch durch andere Spezialisten auf eine Behandlung vorbereiten lassen. Eine Verhaltenstherapie beispielsweise ist relativ langwierig. In mehreren Sitzungen wird versucht dem Patienten das erlernte Verhalten ‘Angst’ abzugewöhnen. Durchgeführt werden muss die Behandlung von einem Fachmann auf dem Gebiet der Verhaltenstherapie, das kann der Zahnarzt selbst nicht leisten.
Doch auch zahlreiche Yoga-Kurse oder autogene Trainings werden angeboten, die dem Patienten eine Art Hilfe zur Selbsthilfe zur Seite stellen wollen. Die erlernten Atemübungen und Techniken der Stressbewältigung kann der Betroffene dann anwenden, wenn er mit einer konkreten Zahnbehandlung konfrontiert wird.
“In jedem Fall sollte der Patient seinen behandlenden Arzt von seiner Angst in Kenntnis setzen”, rät Dr. Schindjalova. “Dann weiß er Bescheid und kann bei der Behandlung entsprechend reagieren.”

Eine weitere Möglichkeit gegen seine Dentalphobie vorzugehen ist der Einsatz eines Anästhetikums. In der Regel setzen Praxen Vollnarkosen ein, die jedoch für den Körper mit enormen Strapazen einhergehen.
Alternativ dazu findet auch die Dämmerschlafnarkose Einsatz, im Fachjargon auch TIVA (Total-intravenöse Anästhesie) genannt. Sie ist genauso effektiv wie eine Vollnarkose, ihr großer Vorteil ist aber, dass sie den Körper nicht belastet. Sie schaltet ihn nicht ab wie es die Vollnarkose tut, sondern versetzt ihn lediglich in einen dämmerschlafartigen Zustand. Der Patient bekommt von der Behandlung nichts mit, doch kann er auf eventuelle Hinweise des Arztes noch reagieren ohne sich später daran zu erinnern.
“Das ist für unsere Patienten die optimale Möglichkeit sich entspannt auf ihre Zahnbehandlung einzulassen”, sagt Dr. Schindjalova. “Wir setzen die TIVA schon seit Jahren ein und haben bisher durchgehend positives Feedback unserer Patienten erhalten.”

Doch egal mit welchen Hilfsmitteln Sie gegen Ihre Angst kämpfen: wichtig ist, dass Sie sich aktiv damit auseinandersetzen und sich Behandlungen unterziehen, wenn sie notwendig sind. Wir helfen Ihnen gerne dabei!

Bildquelle: fun (#46984042) © detailblick auf fotolia.de

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