Zahnimplantate

Zahnimplantat Arten: welche gibt es und welche ist die richtige für Sie?

7. Mai 2021

Zahnimplantat ist nicht gleich Zahnimplantat. Eine Implantation ist heutzutage ein Routineeingriff: Je nach Krankheitsbild und Patientenwünschen gibt es individuelle Lösungen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dafür kommen verschiedene Arten von Zahnimplantaten zum Einsatz. Wie sich diese Implantat-Typen unterscheiden und welches Implantat für Sie am geeignetsten sein könnte, erklären wir in diesem Artikel:

Implantate lassen sich hauptsächlich anhand von drei Aspekten unterscheiden: Unterteilung nach …

  1. Form 
  2. dem Material  
  3. einteiliges vs. zweiteiliges System 

Der behandelnde Zahnarzt bzw. die behandelnde Zahnärztin wird je nach Ausgangssituation im Kiefer und dem Verwendungszweck das jeweils passende Implantat auswählen. Auch die Wünsche des Patienten bzw. der Patientin finden dabei natürlich Berücksichtigung. So erhalten Sie am Ende eine Lösung, mit der Sie dauerhaft zufrieden sein werden. 

Zahnimplantat Arten: Unterteilung nach Form

Soll ein Implantat in den Kieferknochen eingebracht werden, muss der Zahnarzt oder die Zahnärztin entscheiden, welche Form am besten geeignet ist. Obwohl die Auswahl an Formen umfangreich ist, haben sich mit der Zeit vor allem Schraubenimplantate durchgesetzt. 

Solche Implantate in Form einer herkömmlichen Schraube werden am häufigsten verwendet. Sie unterscheiden sich in Breit, Länge und Gewindeprofil – hier muss jeweils die passendste Größe ausgewählt werden. Außerdem trennt man zwischen Implantaten mit selbstschneidendem Gewinde und mit normalem Gewinde. Während erstere direkt in den Knochen eingedreht werden, muss für letztere

Zahnimplantat Arten

Schraubenförmiges Implantat

zuerst ein Loch in den Kieferknochen gefräst werden. Durch die Gewinde besitzen Schraubenimplantate eine sehr gute „Primärstabilität“, also einen guten Halt im Kieferknochen. 

Neben den Schraubenimplantaten kamen früher auch noch weitere Formen zum Einsatz, die inzwischen aber nur noch selten Verwendung finden: 

  • Hohlzylinderimplantate: Diese sind von innen hohl, sodass theoretisch mehr Kieferknochen erhalten werden kann. Es zeigte sich jedoch, dass der Knochenanteil im Zylinder zu schlecht durchblutet wird. 
  • Blattimplantate: Sind flach und blattförmig, sodass sie in einen Schlitz entlang des Kieferknochens eingebracht werden können. Sie sind jedoch weniger stabil als Schraubenimplantate. 
  • Diskimplantate: Besitzen die Form einer Scheibe und werden verwendet, wenn der Kieferknochen sich für ein normales Schraubenimplantat bereits zu weit zurückgebildet hat. 

Zahnimplantat Arten: Unterteilung nach dem Material

Das Material von Zahnimplantaten muss allerhöchsten Ansprüchen genügen: Es muss schnell und möglichst fest mit dem Kieferknochen und dem umliegenden Gewebe verwachsen (also eine gute „Osseointegration“ aufweisen). Es darf nicht anfällig für Bakterien sein. Hohe Belastungen über Jahre hinweg dürfen kein Problem sein. Besonders wichtig ist außerdem eine gute Verträglichkeit (Biokompatibilität) des Materials. 

Im Hinblick auf diese Anforderungen bieten sich vor allem zwei Materialien an: 

  • Titan 
  • Keramik (Zirkonoxid) 

Zahnimplantate aus Titan sind der „Klassiker“ schlechthin. Die allermeisten Zahnimplantate bestehen aus Titan. Das liegt daran, dass reines Titan keine Allergien auslösen kann und somit eine ausgezeichnete Biokompatibilität besitzt. Das Material ist äußerst stabil und weist eine gute Oberflächenstruktur auf, die ein festes Verwachsen mit dem Kieferknochen gewährleistet. 

Zahnimplantat Arten

Zahnimplantat aus Keramik

Zahnimplantate aus Keramik sind die metallfreie Alternative zu Titanimplantaten. Die Hochleistungskeramik „Zirkonoxid“ weist eine hohe Bioverträglichkeit und Haltbarkeit auf. Ihr Vorteil ist vor allem ihre helle Farbe, durch die sie sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Nachteil ist, dass sie etwas langsamer in den Knochen einwachsen als Titan. 

Welches Material für Sie am besten ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Zahnarzt bzw. Ihrer behandelnden Zahnärztin. Er oder sie kann Ihnen die Vor- und Nachteile in Ihrem speziellen Fall ausführlich darlegen. Wenn Sie mehr über die Verträglichkeit der beiden Materialien lesen wollen, können Sie sich hier informieren. 

Zahnimplantat Arten: Unterteilung nach einteiliges vs. zweiteiliges System

Im Normalfall besteht ein Implantat aus zwei Teilen: der Schraube selbst, die in den Kieferknochen eingebracht wird und die Funktion der Zahnwurzel übernimmt, sowie dem Verbindungsstück, das die Implantat-Schraube mit den künstlichen Zähnen verankert. Dieses Verbindungselement nennt man „Abutment“. 

Sind Implantat und Abutment getrennt voneinander, spricht man von einem zweiteiligen System. Sind sie aus einem Stück gefertigt, bezeichnet man es als einteiliges System. 

Zahnimplantat Arten

Zweiteiliges Implantat

Das zweiteilige Implantatsystem ist der Standard. Die Implantatschraube wird in den Kieferknochen eingesetzt und dann wieder mit Zahnfleisch bedeckt. So wird das Implantat nicht belastet, sondern kann in Ruhe einheilen und mit dem Knochen verwachsen. Es erfolgt also eine „geschlossene Einheilung“. Erst danach werden Abutment sowie Zahnersatz auf dem Implantat befestigt.  

Ein großer Vorteil dieser Methode ist die hohe Flexibilität. Durch die Kombinationsmöglichkeiten von Schraube und Abutment können Form und Winkel der künstlichen Zähne nach dem Einheilen noch variabel angepasst werden. 

Bei dem einteiligen Implantatsystem sind das Implantat und das Abutment fest miteinander verbunden. Während das Implantat einheilt, schaut es dadurch aus dem Zahnfleisch heraus. Das wird als „offene Einheilung“ bezeichnet. Weil das Implantat dabei unter Umständen schon Belastung ausgesetzt ist, kann es vorkommen, dass die Einheilung etwas schlechter verläuft. Zugleich ist es weniger flexibel in der Gestaltung des Implantataufbaus. 

Wegen dieser beiden Nachteile werden einteilige Implantatsysteme seltener verwendet als zweiteilige. Doch sie sind auch kostengünstiger, sehr bruchsicher und vor allem dann sinnvoll, wenn die Implantate ohnehin direkt belastet werden sollen. 

Neuartige Implantate unseres Entwicklungs-Partners Tri Dental Implants kommen mittlerweile sogar ganz ohne Abutment aus (sogenannte „Matrix“ Implantate).

Fazit: Welcher Implantat-Typ ist für Sie am besten geeignet?

Zahnimplantate lassen sich nach Form, Material und Implantatsystem unterscheiden. Durchgesetzt haben sich aufgrund der sehr guten Erfahrungen vor allem Schraubenimplantate mit selbstschneidendem Gewinde, die aus Titan bestehen und zweiteilig angefertigt sind. Doch letztlich kommt es immer auf Ihren individuellen Fall an, welche Art von Implantat am besten geeignet ist. Ihr behandelnder Zahnarzt bzw. Ihre behandelnde Zahnärztin wird Ihnen nach einer ausführlichen Untersuchung darlegen, welche Möglichkeiten für Sie persönlich in Frage kommen. Bei weiteren Fragen zögern Sie bitte nicht, sich an unser Service-Team zu wenden!

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