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Haben Sie Angst vor dem Zahnarzt?

28. Juli 2011
Wenn ja, dann sind Sie in Deutschland nicht alleine. Diese Angst hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Art Volkskrankheit entwickelt. Rund 40 % der Deutschen meiden Zahnarztbesuche, bis sich bei ihnen Beschwerden einstellen. Bei jedem Zwanzigsten ist die Angst so groß, dass er gar nicht mehr zum Zahnarzt geht – selbst bei Schmerzen. Dadurch stellt sich jedoch ein noch größeres Problem für den potentiellen Patienten ein. Denn wenn er nicht zum Zahnarzt geht, keine Check-Ups machen oder kleinere Beschwerden behandeln lässt, kann es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu größeren Problemen kommen. Mit denen dann auch größere, umfangreichere Eingriffe einhergehen. Besuche beim Zahnarzt sind dann unausweichlich.
Mittlerweile werden unterschiedliche Methoden angeboten, die dem Patienten kurz- oder langfristig gegen die Angst helfen sollen:

  • Ablenkung: der Patient soll mithilfe medialer Unterstützung (Musik oder Filme) oder mithilfe therapeutischer Unterstützung (Hypnose oder Phantasiereisen) abgelenkt werden, damit er von der eigentlichen Behandlung nichts mehr mitbekommt. “Bei Angstpatienten kann dies allerdings nur kurzzeitig funktionieren,” erklärt Dr. Regina Schindjalova, Leiterin der Dentaprime-Zahnklinik. “Sobald ihnen wieder bewusst wird, dass sie sich in einer Zahnarztpraxis befinden, ist die Angst wieder da.”
  • Verhaltenstherapie: in der Annahme, dass Angst ein erlerntes Verhalten ist, nehmen sich auch Verhaltenstherapeuten des Problems an. In mehreren Sitzungen konfrontieren sie den Patienten immer wieder mit Situationen beim Zahnarzt, damit sie lernen, dass an der eigentlichen Situation nichts Angsteinflößendes ist. Dieser Vorgang kann allerdings einige Wochen dauern.
  • herkömmliche Vollnarkose: viele Angstpatienten tendieren daher zu einer Vollnarkose. Diese ist allerdings nicht ungefährlich. Außerdem ist sie sehr anstrengend für den Körper und geht häufig mit postoperativen Nachwirkungen einher – wie Übelkeit und Erbrechen.
  • TIVA (total intravenöse Anästhesie): bei dieser Methode wird der Patient in einen Dämmerschlaf versetzt, der hervorgerufen wird durch gleichzeitige intravenöse Gabe von Schmerz- und Schlafmitteln. Gleichzeitig ist sie nicht so tief wie die Vollnarkose. Man kann von einer Art Dämmerschlaf reden, bei der der Patient nichts von seiner Umgebung mitbekommt, jedoch nicht abgeschaltet wird. “Die TIVA ist schonender als die herkömmliche Vollnarkose, zudem ist sie besser steuerbar,” sagt Dr. Schindjalova. “Wir arbeiten schon seit Jahren mit diesem Verfahren, weil wir es für das richtige Vorgehen halten. Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen über die TIVA von unseren Patienten erhalten.” Postoperative Nachwirkungen gibt es nach einer TIVA so gut wie gar nicht.

Bei einer Narkose ist es wichtig, dass der behandelnde Zahnarzt einen qualifizierten Anästhesisten hinzuzieht. “Wir haben hauseigene Anästhesisten, die dem Patienten bei seinem Eingriff zur Seite stehen,” betont Dr. Schindjalova der Dentaprime-Zahnklinik. “Denn nur dieser kann die Dosierung und das Vorgehen bei einer Narkose beurteilen und sie sicher durchführen.”

Leiden auch Sie unter Zahnarztangst? Hinterlassen Sie uns im Kommentarfeld Ihre Fragen und Erfahrungen. Wir antworten Ihnen gerne.

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